Jedes Frühjahr sterben zahllose Rehkitze im Mähwerk. Wärmebilddrohnen haben die Kitzrettung revolutioniert — doch was ist rechtlich erlaubt, und wie läuft ein Einsatz sauber ab? Ein Praxisleitfaden.
Warum Kitzrettung Pflicht ist
Wer eine Wiese mäht, ohne sie zuvor abzusuchen, kann sich nach dem Tierschutzgesetz strafbar machen, wenn dabei Kitze getötet werden. Die Kitzrettung dient dem Schutz der Tiere und liegt im gemeinsamen Interesse von Landwirt und Jäger. Rehkitze drücken sich in den ersten Lebenswochen ins hohe Gras und fliehen nicht — deshalb sind sie ohne Absuche für den Mähfahrer unsichtbar.
Rechtliche Einordnung
Das Absuchen von Flächen zum Schutz der Kitze stellt keine Jagdausübung dar — es geht um Gefahrenabwehr für die Tiere, nicht um Aneignung von Wild. Das ist wichtig, weil so auch Nicht-Jagdausübungsberechtigte (etwa organisierte Kitzrettungsteams) mithelfen dürfen, solange sie das aufgespürte Kitz nur zum Schutz umsetzen.
Für den Drohnenbetrieb selbst gelten die EU-Drohnenregeln: Registrierung des Betreibers, Kennzeichnung, Beachtung der zulässigen Flughöhe und geografischer Sperrzonen. Ein Kompetenznachweis (Drohnenführerschein) ist je nach Drohnenklasse erforderlich.
Der Ablauf in der Praxis
Effektiv ist der Einsatz in den frühen Morgenstunden, wenn der Temperaturunterschied zwischen Kitz und Umgebung am größten ist — die Wärmesignatur hebt sich dann klar ab. Die Fläche wird systematisch in Bahnen abgeflogen; bei einem Treffer wird das Kitz per Hand (mit Grasbüschel, um Menschengeruch zu vermeiden) aus der Fläche getragen oder mit einer Kiste gesichert, bis gemäht ist.
Enge Absprache mit dem Landwirt ist entscheidend: Der Mähtermin muss bekannt sein, die Absuche erfolgt unmittelbar davor — ein Kitz kann über Nacht neu abgelegt werden.
Worauf es bei der Technik ankommt
Wichtiger als maximale Auflösung ist ein zuverlässiger Wärmebildsensor mit gutem Kontrast und eine ausreichende Akkulaufzeit für mehrere Hektar. Ein hell darstellendes Display, das auch bei Sonnenaufgang ablesbar bleibt, erleichtert die Arbeit erheblich. Für die grundsätzliche Sensortechnik lohnt ein Blick in unseren Wärmebild-Bereich.
