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🐕 Hundeortung

GPS-Ortung für den Jagdhund 2026:
Was die Geräte wirklich leisten

Die Datenblätter versprechen 10, 15, sogar 20 Kilometer. Gemessen wurden gut 6. Diese Lücke ist der Kern des Themas — denn wenn der Hund am Keiler steht, zählt nicht der Prospektwert, sondern die Entfernung, bei der die Verbindung tatsächlich hält. Garmin, ADURO LocIT, Dogtrace, Dogtra und Tractive im Vergleich.

Josef Stalter
📌 Das Wichtigste zuerst
Herstellerangaben zur Reichweite sind Sichtverbindungswerte — im Bestand erreicht sie niemand. Im Vergleichstest der PIRSCH (DLV) wurden die Halsbänder an einer Dachreling montiert und weggefahren: ADURO LocIT kam auf 6,1 km, Garmin (T20K am Alpha 10K) auf 4,45 km. Dogtrace bewirbt bis zu 20 km.

Der wichtigere Befund desselben Tests: War die Verbindung einmal abgerissen, kam sie auf dem Rückweg erst bei deutlich geringerer Entfernung zurück — nicht dort, wo sie verloren ging. Eine hohe Ausgangsreichweite zahlt sich also doppelt aus.

Und die Rechtslage: Halsbänder mit Impulsfunktion stehen im deutschen Fachhandel — ihr Einsatz ist nach § 3 TierSchG trotzdem verboten. Dazu weiter unten mehr.
Grundsatzfrage

VHF, Mobilfunk — oder beides?

Die Technikwahl entscheidet mehr über die Praxistauglichkeit als jedes Ausstattungsdetail.

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VHF-Direktfunk

Halsband und Handgerät funken direkt miteinander — ohne Netz, ohne SIM, ohne laufende Kosten. Das arbeitet in der Dickung genauso wie im Funkloch. Der Preis dafür: ein eigenes Handgerät, das man tragen und laden muss. Für die Jagd ist das der belastbare Hauptkanal.

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Reiner Mobilfunk-Tracker

Günstig, klein, per App bedienbar — und genau dort unbrauchbar, wo es darauf ankommt. Ein Tracker, der auf das Handynetz angewiesen ist, versagt im Kessel, im Tal, im tiefen Bestand. Dazu kommt eine Hürde, die viele übersehen: Das Netz wird an zwei Stellen gleichzeitig gebraucht — am Hund und am Smartphone des Führers. Als Zweitsicherung neben dem Alltagshalsband sinnvoll, als alleiniges Jagdsystem nicht. Der meistverkaufte Vertreter dieser Gattung, das Tractive DOG 6 XL, steht deshalb unten als System 05 mit ausdrücklicher Einschränkung.

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Hybrid: VHF plus LTE

Der Ansatz, der beide Schwächen abfedert: Direktfunk als Rückgrat, Mobilfunk als Verlängerung dort, wo Netz vorhanden ist. Garmin rüstet das über den Alpha LTE als Zusatzmodul nach (Abo rund 60 € im Jahr), ADURO LocIT bringt beide Kanäle ab Werk mit. Für Reviere mit tiefen Tälern oder weiten Distanzen ist das die sinnvollste Bauweise.

Die Geräte im Detail

Fünf Systeme, fünf Philosophien

Reichweiten aus dem DLV-Vergleichstest, technische Daten nach Herstellerangaben.

01Garmin Alpha 300K + T20K
★ Der Standard · größtes Ökosystem
Garmin Alpha 300K Handgerät auf einem Baumstumpf, daneben ein Vorstehhund mit orangefarbenem GPS-Halsband im Morgenlicht

Wer als Hundeführer bei einem System landet, landet meist hier. Das Alpha 300K ist Garmins aktuelles Spitzen-Handgerät mit 3,5-Zoll-Touchdisplay und zusätzlichen Tasten, es ortet bis zu 20 Hunde und arbeitet mit GPS und Galileo. Die Akkulaufzeit von bis zu 55 Stunden ist der eigentliche Fortschritt gegenüber dem abgelösten Alpha 200K, das rund 20 Stunden hielt — auf mehrtägigen Drückjagden ist das kein Detail, sondern der Unterschied zwischen einsatzbereit und leer.

Die nützlichste Neuerung heißt Channel View: eine Übersicht, wie viele Garmin-Geräte in der Umgebung auf welchem Funkkanal senden. Bei großen Gesellschaftsjagden mit vielen Hundeführern wird es auf den Kanälen eng — hier sieht man auf einen Blick, wo noch Platz ist, statt sich durch Störungen zu rätseln. Das T20K-Halsband ist rund 30 % kleiner und deutlich leichter als das alte T5 (etwa 247 g), es sendet über VHF und hält mit dynamischer Ortung bis zu 68 Stunden. Wichtig für Umsteiger: Die K-Serie arbeitet auf europaweit harmonisierten Frequenzen und ist nicht mit den alten T5-Halsbändern kompatibel.

Im DLV-Reichweitentest erreichte Garmin (T20K am kompakten Alpha 10K) 4,45 km — Platz zwei. Die Grundfunktion läuft ohne Abo und ohne laufende Kosten; nur wer den Alpha LTE für die Mobilfunk-Ortung ergänzt, zahlt dafür rund 300 € Anschaffung und etwa 60 € im Jahr. Das Modul wird mit einem vorhandenen Halsband gekoppelt und übernimmt, wo das Funksignal ausfällt — das komplette Gespann aus Alpha 300K, T20K und Alpha LTE liegt damit bei rund 1.400 €. Handgerät plus Halsband liegen je nach Modell und Bundle etwa zwischen 750 und 1.150 € — das Set aus Alpha 300K und T20K liegt im Handel bei rund 1.140 €. Ein Kritikpunkt aus dem PIRSCH-Praxistest: Die vom Hersteller beworbene Handschuh-Bedienbarkeit des Touchdisplays funktionierte in der Praxis nicht zuverlässig — auch die Funktionstasten ließen sich mit Handschuh schlecht bedienen.

Einordnung

Das System für den, der Verbreitung, Zubehör und Ersatzteilversorgung schätzt — und keine laufenden Kosten will. Reichweite und Kartendarstellung sind nicht die besten am Markt, dafür stimmt der Rest: Akku, Kanalverwaltung, Kompatibilität mit Garmin-Uhren. Wer mehrere Hunde führt, profitiert vom Channel View spürbar.

02ADURO LocIT
Größte gemessene Reichweite
Aduro LoCit GPS-Handgerät mit Kartenansicht auf einem Baumstumpf, daneben ein Drahthaar mit Ortungshalsband

Das LocIT ist eine deutsche Eigenentwicklung der Firma ADURO und in einem Punkt konkurrenzlos: Im DLV-Vergleichstest der PIRSCH erreichte es über 6 Kilometer Luftlinie und übertraf alle anderen Geräte um mindestens 1,5 Kilometer. Das ist kein Marketingwert, sondern eine Messung unter denselben Bedingungen wie bei der Konkurrenz.

Konstruktiv ist es ein Hybrid-System: VHF-Direktfunk als Hauptkanal, 4G-LTE als Ergänzung — und zwar ohne Abo, denn die Mobilfunk-Flat ist für 10 Jahre im Kaufpreis enthalten. Was danach kostet, gibt ADURO uneinheitlich an — auf der Halsband-Seite 30 € einmalig, auf der Handgerät-Seite 30 € pro Jahr. Das ist vor dem Kauf beim Händler zu klären; wir geben hier bewusst keinen der beiden Werte als den richtigen aus. Es war im Test außerdem das einzige Gerät mit integrierter Karte direkt im Handgerät; bei allen anderen muss man dafür zum Smartphone greifen. Bell-Erkennung und Telefonie sind serienmäßig an Bord: Man kann in den Jagdbetrieb hineinhören und am Standlaut schon aus der Entfernung einschätzen, was der Hund gerade tut. Bei Garmin braucht es für Vergleichbares das TT25K-Halsband.

Der Preis: rund 1.050 € UVP für Handgerät und Halsband. Und ein handfester Nachteil — das Halsband wiegt 336 Gramm und war damit das schwerste im Test. Der Hersteller nennt selbst 10 bis 13 kg Körpergewicht als Untergrenze. Für Teckel und Terrier unterhalb der 11-Kilo-Marke war das System damit lange nicht geeignet. Das hat sich geändert: ADURO bietet inzwischen das LOCIT Mini an — 260 g, 2.350-mAh-Akku für bis zu 12 Stunden, gleiche VHF-plus-LTE-Technik, ebenfalls 450 € als Einzelhalsband, dazu ein passendes Mini-Bundle. Wer einen leichten Hund führt, muss also nicht mehr zwangsläufig zu Garmin wechseln. Ein Handgerät ortet bis zu 20 Halsbänder gleichzeitig.

Einordnung

Das Gerät für den, der bei Reichweite und Funktionsumfang keine Kompromisse machen will — und dessen Hund schwer genug dafür ist. Karte im Handgerät, Hineinhören, keine Abokosten: Das ist konsequent zu Ende gedacht. Die 336 Gramm sind die Grenze des Systems, kein Detail am Rand.

03Dogtrace DOG GPS X30
Preis-Tipp · zulassungsfreie Frequenz
Dogtrace X30 Handgerät in Signalorange auf einem Baumstumpf, daneben ein Vorstehhund mit Ortungshalsband

Das X30 des tschechischen Herstellers Dogtrace ist der günstige Einstieg in ein vollwertiges Funk-Ortungssystem. Es ortet bis zu 13 Hunde, arbeitet mit GPS und GLONASS und sendet auf der zulassungsfreien Frequenz 869,525 MHz — das erspart die Anmeldung und schafft Rechtssicherheit ohne Behördengang. Die Positionsmeldung lässt sich auf 3, 6 oder 9 Sekunden einstellen, der Akku hält über 40 Stunden.

Praktisch gedacht sind die Zusatzfunktionen: Die Fence-Funktion schlägt akustisch an, wenn der Hund einen frei wählbaren Radius zwischen 30 m und 2 km verlässt — für jeden Hund einzeln speicherbar. Die Beeper-Funktion meldet, ob der Hund in Bewegung oder im Stand ist, mit eigenen Radius- und Zeiteinstellungen für die Sauenjagd. Karten gibt es nicht im Handgerät, sondern nur über die App; das Handgerät selbst zeigt Richtung und Entfernung wie ein Kompass.

Hier die notwendige Einordnung: Dogtrace bewirbt bis zu 20 km Reichweite. Das gilt bei Sichtverbindung. Im DLV-Praxistest lag kein einziges Gerät über gut 6 km — die Prospektzahl beschreibt eine Bedingung, die im Revier nicht vorkommt. Man kauft hier keine 20 Kilometer, sondern ein solides Funksystem für etwa 640 € (X30T mit Impulsmodul) bzw. rund 725 € für die X30TB-Variante. Für den Einsatz in Deutschland ist das Impulsmodul allerdings totes Kapital: Seine Verwendung ist nach § 3 Satz 1 Nr. 11 TierSchG verboten (siehe unten). Wer nicht im Ausland jagt, fährt mit der Variante ohne Impulsfunktion günstiger und rechtssicher.

Einordnung

Der vernünftige Einstieg, wenn das Budget die 1.000-Euro-Marke nicht hergibt und man auf die Karte im Handgerät verzichten kann. Zulassungsfreie Frequenz und die durchdachte Fence-Funktion sprechen für das Gerät. Die 20-km-Angabe sollte man vergessen, bevor man kauft — nicht danach.

04Dogtra Pathfinder Mini
Kompaktlösung · smartphonebasiert
Dogtra Pathfinder Mini in Gelb auf einem Baumstumpf, daneben ein Drahthaar mit Ortungshalsband

Der Pathfinder Mini von Dogtra geht einen anderen Weg: Statt eines eigenen Displays setzt das System auf das Smartphone. Ein kompakter Konnektor stellt die Funkverbindung her, die Darstellung übernimmt die App. Das spart Gewicht, Platz und Geld — und macht den Hundeführer vom Akku und der Bedienbarkeit seines Handys abhängig.

Im DLV-Vergleichstest trat Dogtra neben Aduro, Dogtrace, Canicom und Garmin an. Garmin konnte die Verbindung bei gleichbleibender Entfernung etwas länger halten als das Dogtra — ein knapper, aber dokumentierter Abstand. Für die Reichweite gilt dasselbe wie bei allen anderen: Datenblattwert und Wert im Bestand liegen weit auseinander. Der Preis liegt bei rund 495 € (UVP 549,99 €) und damit unter allen anderen Systemen hier.

Wichtig ist die ehrliche Zuordnung: Wer das Smartphone ohnehin immer dabei hat, sich mit der App wohlfühlt und keine Gesellschaftsjagden mit fünf Hunden auf drei Kanälen führt, bekommt hier viel Funktion für wenig Geld. Wer bei Nässe, Kälte und Dunkelheit lieber ein Gerät mit echten Tasten in der Hand hält — und das sind auf der Drückjagd die meisten — greift zu einem der drei Systeme darüber.

Einordnung

Die kompakte, preisgünstige Lösung für den Einzelhundeführer, der das Smartphone als Zentrale akzeptiert. Kein System für die große Drückjagd — und keines für den, der im entscheidenden Moment nicht erst ein Display entsperren will.

05Tractive DOG 6 XL
Ergänzung · kein Jagdsystem
Tractive GPS XL Tracker am Halsband eines Kurzhaars im Morgennebel

Das Tractive DOG 6 XL gehört streng genommen nicht in dieses Feld — es ist ein Haustier-Tracker, kein Jagdgerät, und der weltweit meistverkaufte dazu. Es steht hier trotzdem, weil es die Ortungsfrage für viele Hundeführer als Erstes beantwortet: rund 80 € Anschaffung, dazu ein Abo, das der Hersteller nach Laufzeit staffelt — etwa 9 € im Monat bei einem Jahr, rund 6 € bei zwei und 5 € bei fünf Jahren, 71 Gramm am Halsband, laut Hersteller bis zu sechs Wochen Akkulaufzeit (mit aktivierten Energiesparzonen). Gegen die 500 bis 1.100 € der Funksysteme sieht das nach einer leichten Entscheidung aus.

Die Technik erklärt, warum sie es nicht ist. Das Tractive ortet über Mobilfunk (LTE/2G) und wählt automatisch das stärkste verfügbare Netz. Das klingt nach der Multiroaming-SIM aus der Wildkamera — ist aber nicht dasselbe, denn hier muss das Netz an zwei Stellen stehen: am Hund, damit er seine Position meldet, und am Smartphone des Führers, damit dieser sie sieht. Fällt eine der beiden Seiten aus, bleibt die Karte leer. Ein Funksystem sendet dagegen direkt vom Halsband zum Handgerät, ohne jede Netzinfrastruktur dazwischen.

Praktisch heißt das: Steht der Hund im Tal ohne Empfang am Keiler, sieht man nichts. Arbeitet er 300 Meter weiter in einer Dickung im Funkloch, sieht man nichts. Genau die Lagen, für die man ein Ortungsgerät kauft, sind die, in denen dieses Gerät ausfällt — und es fällt nicht langsam schlechter werdend aus, sondern schlagartig und vollständig. Für das offene Feldrevier mit durchgehender Abdeckung, für den Alltag außerhalb der Jagd und als zweite Sicherung neben einem Funksystem ist das Tractive dagegen eine vernünftige Anschaffung.

Einordnung

Kein Ersatz für ein Funksystem, sondern eine Ergänzung — oder die richtige Wahl für den, dessen Revier tatsächlich überall Netz hat. Wer beides hat, kombiniert sinnvoll: Funk als Rückgrat, Tractive als Zweitmeldung am selben Halsband. Wer nur das Tractive hat und im Wald jagt, hat ein Gerät gekauft, das in der entscheidenden Minute nichts anzeigt.

Direktvergleich

Die Systeme in Zahlen

Gemessene Reichweiten aus dem DLV-Vergleichstest der PIRSCH — keine Herstellerangaben.

Bester Wert je Kennzahl farblich hervorgehoben
System Technik Reichweite
gemessen (DLV)
Reichweite
Herstellerangabe
Halsband
Gewicht
Hunde
gleichzeitig
Karte im
Handgerät
Laufende
Kosten
Preis (ca.)
ADURO LocIT VHF + LTE über 6,0 km — 336 g — Ja keine (10 J. inkl.)‡ ~1.050 €
Garmin Alpha 300K + T20K VHF (LTE optional) 4,45 km* bis 10 km ~247 g 20 Ja keine (bei VHF) ~750–1.100 €
Dogtrace DOG GPS X30 VHF (869,525 MHz) im Testfeld bis 20 km — 13 Nein (App) keine ~640–725 €
Dogtra Pathfinder Mini Funk + Smartphone im Testfeld — — — Nein (App) keine ~495 €
Tractive DOG 6 XL† LTE / 2G nicht im Test unbegrenzt — nur mit Netz 71 g 1 je Gerät Nein (App) ~5–9 €/Monat ~80 € + Abo

* Der DLV-Wert für Garmin wurde mit dem Halsband T20K am kompakten Handgerät Alpha 10K gemessen, nicht am Alpha 300K. Für Dogtrace und Dogtra liegen aus dem Test keine belastbaren Einzelwerte in Kilometern vor — dokumentiert ist, dass das LocIT alle anderen um mindestens 1,5 km übertraf und Garmin knapp Platz zwei belegte. Ein Strich bedeutet: kein verlässlicher Wert verfügbar — nicht „schlecht“.
‡ Die Folgekosten der eingebauten SIM nach Ablauf der zehn Jahre gibt ADURO auf den eigenen Produktseiten widersprüchlich an — einmalig gegen jährlich; vor dem Kauf beim Händler klären.
† Das Tractive DOG 6 XL ist ein Mobilfunk-Tracker und gehört einer anderen Geräteklasse an: Es war nicht Teil des DLV-Vergleichstests, arbeitet ohne Handgerät und ohne Direktfunk. Seine Werte sind deshalb bewusst nicht in die farbliche Bestwert-Markierung einbezogen — die 50 Gramm und die 80 Euro sind keine bessere Lösung derselben Aufgabe, sondern eine andere Aufgabe. Die Zeile steht hier, weil dieses Gerät beim Kauf regelmäßig als Alternative erwogen wird.

Rechtslage

Ferntrainer: verkauft, aber nicht erlaubt

Der Punkt, an dem sich Sortiment und Gesetz widersprechen.

⚠ Teleimpulsgeräte sind in Deutschland verboten

Mehrere der hier genannten Hersteller bieten Halsbänder mit Impuls- oder Trainerfunktion an — Dogtrace als X30T, Garmin mit dem TT25K und dem in Deutschland vertriebenen KT15X, ADURO mit serienmäßiger Trainerfunktion. Diese Geräte werden im deutschen Fachhandel verkauft. Ihr Einsatz ist trotzdem nicht zulässig.

Nach § 3 Satz 1 Nr. 11 Tierschutzgesetz ist es verboten, ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 23. Februar 2006 (Az. 3 C 14.05) klargestellt: Es kommt nicht auf die konkrete Verwendung im Einzelfall an — nicht auf die eingestellte Impulsstärke und nicht auf die gute Absicht. Maßgeblich ist allein, ob das Gerät nach Bauart und Funktionsweise geeignet ist, solche Schmerzen zuzufügen. Damit fallen auch niedrig dosierte Geräte unter das Verbot.

Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 18 Abs. 1 Nr. 4 TierSchG und kann mit einem Bußgeld bis zu 25.000 € geahndet werden — auch bei Fahrlässigkeit. Kauf und Besitz sind davon nicht erfasst, die Anwendung ist es. Dass ein Produkt im deutschen Fachhandel liegt, ersetzt keine Prüfung der Rechtslage.

Praktisch heißt das: Die Ortungsfunktion dieser Halsbänder ist unproblematisch — und sie ist der Grund, aus dem man sie kauft. Die Impulsfunktion ist es nicht. Wer sichergehen will, wählt ein reines Ortungshalsband, etwa das Garmin T20K statt des TT25K.

Kaufberatung

Welches System für welchen Einsatz

Nicht das teuerste Gerät ist das richtige, sondern das, das zu Hund und Revier passt.

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Für die Nachsuche

Hier zählt Genauigkeit mehr als Reichweite: Der Hund arbeitet meist in überschaubarer Entfernung, aber im dichten Bestand. Ein System mit Galileo zusätzlich zu GPS bringt spürbar präzisere Positionen — im PIRSCH-Praxistest lag das Alpha 300i K unter 3 m Abweichung. Das erleichtert das Zurückgreifen auf der Fährte in der Dickung erheblich. Kartendarstellung ist Pflicht, Bell-Erkennung ein echter Vorteil.

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Für die Drückjagd mit mehreren Hunden

Jetzt zählen die Zahl der Halsbänder und die Kanalverwaltung. Garmin ortet bis zu 20 Hunde und zeigt mit dem Channel View, welcher Funkkanal noch frei ist — bei großen Gesellschaftsjagden mit vielen Hundeführern ist das kein Komfort, sondern eine Notwendigkeit. Dogtrace kommt auf 13 Hunde mit manuellem Kanalwechsel. Ebenso wichtig: Bedienbarkeit mit Handschuh, und da schwächelt ausgerechnet das Touchdisplay.

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Für große oder zerschnittene Reviere

In tiefen Tälern und weiträumigem Gelände reicht VHF allein oft nicht. Hier spielt das Hybrid-Prinzip seine Stärke aus: LocIT mit VHF und LTE ab Werk, oder Garmin mit dem Alpha LTE als Ergänzung. Der DLV-Bestwert von über 6 km hat einen realen Nutzen — nicht weil man tatsächlich so weit ortet, sondern weil nach einem Verbindungsabriss mehr Reserve bleibt.

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Für Teckel, Terrier und leichte Hunde

Bei kleinen Hunden ist das Halsbandgewicht das entscheidende Kriterium — nicht die Reichweite. Das LocIT-Halsband mit 336 g scheidet unterhalb von etwa 11 kg Körpergewicht aus; der Hersteller sagt das selbst. Das Garmin T20K mit rund 247 g ist deutlich kompakter als das alte T5 und hier die naheliegende Wahl. Im Zweifel gilt: erst das Halsband wiegen, dann das System kaufen.

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Für das begrenzte Budget

Ein vollwertiges Funksystem gibt es ab etwa 500 bis 650 € (Dogtra Pathfinder Mini, Dogtrace X30). Beide verzichten auf die Karte im Handgerät und verlagern sie ins Smartphone — ein echter Kompromiss, aber ein ehrlicher. Deutlich problematischer ist der Griff zum reinen Mobilfunk-Tracker als alleinigem Jagdsystem: Ein Tractive DOG 6 XL kostet rund 80 € plus 5 bis 9 € Abo im Monat — es spart also tatsächlich mehrere hundert Euro und versagt dafür genau im Funkloch. Als zweites Gerät neben einem Funksystem ist es sein Geld wert, als einziges nicht.

💡 Kurz zusammengefasst
Größte gemessene Reichweite: ADURO LocIT — über 6 km im DLV-Test, Karte im Handgerät, keine Abokosten. Halsband mit 336 g aber zu schwer für Hunde unter etwa 11 kg.
Der Standard: Garmin Alpha 300K + T20K — 20 Hunde, bis 55 h Akku, Channel View, kein Abo bei reiner VHF-Nutzung.
Preis-Tipp: Dogtrace DOG GPS X30 — zulassungsfreie Frequenz, Fence-Funktion, Karte nur per App.
Kompakt: Dogtra Pathfinder Mini — Smartphone als Zentrale, günstigstes Funksystem.
Nur als Ergänzung: Tractive DOG 6 XL — rund 80 € plus Abo, aber reiner Mobilfunk. Braucht Netz am Hund und am Handy des Führers; im Waldrevier kein Jagdsystem.
Rechtlich: Halsbänder mit Impulsfunktion stehen im Handel; ihr Einsatz ist nach § 3 TierSchG verboten (BVerwG 3 C 14.05).
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Redaktionelle Einordnung auf Basis öffentlicher Quellen. Alle Einordnungen basieren auf ausgewerteten Hersteller- und Händlerangaben sowie veröffentlichten Fachtests. Die Zuordnung der Geräte zu Einsatzart und Budget ist eine redaktionelle Einschätzung, keine benotete Messung. Die Reichweitenangaben in der Vergleichstabelle stammen aus dem Vergleichstest der PIRSCH (DLV-Verlag) und wurden nicht von uns nachgemessen; Herstellerangaben zur Reichweite gelten bei Sichtverbindung und werden im Bestand nicht erreicht. Technische Daten nach Herstellerangaben; Preise sind unverbindliche Orientierungswerte (Preisstand: 07/2026).Hinweis zur Rechtslage: Die Ausführungen zu § 3 TierSchG und zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 23.02.2006 (Az. 3 C 14.05) dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung.Quellen: PIRSCH (DLV) — Vergleichstest Hundeortungsgeräte für die Drückjagd sowie Praxistest Garmin Alpha LTE / Alpha 300i K; Herstellerangaben Garmin, ADURO, Dogtrace, Dogtra, Tractive (Modellbezeichnungen, Gewichte und Akkulaufzeiten der Tractive-Reihe DOG 6 / DOG 6 XL / DOG 6 XL Adventure nach tractive.com, abgerufen 09/2026; der Hersteller weist Geräte- und Abopreise dort in US-Dollar aus, die Euro-Preise sind Orientierungswerte des Fachhandels); Herstellerangaben ADURO zu LOCIT und LOCIT Mini nach aduro.de, abgerufen 09/2026 (450 € Halsband, 600 € Handgerät; die Angabe zu den SIM-Folgekosten ist dort widersprüchlich); Fachhandelsangaben (waidwerk.de, aduro.de, pirschershop.de); Tierschutzgesetz § 3 S. 1 Nr. 11 und § 18 Abs. 1 Nr. 4; BVerwG, Urteil vom 23.02.2006, Az. 3 C 14.05.