Rotlicht (ca. 620–750 nm Wellenlänge) liegt außerhalb des optimalen Sehbereichs von Schalenwild — die Zapfen-Dichte im Wild-Auge ist anders verteilt als beim Menschen. Störungsfreie Beleuchtung beim Schwarzwild-Ansitz. Das Ledlenser P6R Core bietet einen dedizierten Rotlicht-Modus mit Schnellwechsel zur weißen Hauptleuchte.
- Dedizierter Rotlicht-Modus — kein Suchen im Dunkeln
- Schnellwechsel Weiß zu Rot
- USB-C Akku
- Solide Ledlenser-Verarbeitung
- Nicht ganz so hell wie Nitecore P20iX im Weißlicht-Modus
Warum Rotlicht das Wild weniger stört
Reh-, Rot- und Schwarzwild sehen die Welt anders als der Mensch: Ihre Netzhaut besitzt nur zwei Zapfentypen (Dichromat), deren Empfindlichkeit im blauen und grünen Spektralbereich liegt. Langwelliges rotes Licht ab etwa 620 Nanometern nimmt Wild deshalb nur schwach wahr — eine rote Lichtquelle erscheint ihm deutlich dunkler als sie dem menschlichen Auge vorkommt. Gleichzeitig schont Rotlicht die eigene Dunkeladaption: Die Stäbchen des menschlichen Auges, die das Nachtsehen tragen, werden von rotem Licht kaum zurückgesetzt. Nach dem Blick auf die rot beleuchtete Karte oder Uhr ist das Auge sofort wieder nachtsehfähig — nach weißem Licht dauert das viele Minuten.
Rot oder Grün?
Grünes Jagdlicht hat eine höhere Reichweite, weil das menschliche Auge im grünen Bereich am empfindlichsten ist — dieselbe Lampenleistung wirkt heller. Dafür liegt Grün näher am Empfindlichkeitsmaximum des Wildes und wird eher wahrgenommen. Die Praxisregel: Rot für den Nahbereich (Kartenlesen, Ausrüstung sortieren, Aufbrechen, leiser Abbaum), Grün allenfalls für weitere Distanzen, wo Rot zu schwach wird. Wer ohnehin mit Wärmebild beobachtet, braucht die Reichweite des Lichts nicht mehr — dann genügt Rot vollständig.
Praxis am Ansitz
Auch Rotlicht ist nicht unsichtbar: Direktes Anleuchten, hektisches Schwenken und die höchste Leuchtstufe machen jede Tarnwirkung zunichte. Bewährt hat sich, die Lampe auf der niedrigsten Stufe zu starten, den Lichtkegel nach unten zu halten und Bewegungen langsam auszuführen. Lampen, die direkt im Rotmodus einschalten, ohne vorher weiß aufzublitzen, sind am Ansitz Gold wert — dieses Detail trennt jagdtaugliche Modelle von Camping-Lampen.
Rechtlicher Hinweis: Künstliche Lichtquellen beim Erlegen von Wild sind nach den sachlichen Verboten des Jagdrechts grundsätzlich untersagt; Ausnahmen — vor allem für Schwarzwild — regeln die Bundesländer unterschiedlich. Rotlicht zur Orientierung, für den Ab- und Aufbaum oder beim Aufbrechen ist davon nicht berührt. Maßgeblich ist das Landesjagdrecht am Revierstandort.
